Telux Gründung- Wolfgang Münzner

Ein geborenes Kind des Kiezes

Der Abenteuerspielplatz Telux aus dem Blick von Wolfgang Münzner

Von der ersten Idee für den Spielplatz, der streitlustigen Bürgeriniative und ihren Kämpfen mit dem Bezirksamt


1971 wohnte ich schon im Sparrplatz-Kiez mit meiner Frau und meinem 7-jährigen Sohn. Zu der Zeit war ich als Vater sehr unzufrieden mit der Spielplatzausstattung. Am Rande der damaligen Demonstrationen in der Stadt entstanden erste Ideen für neue Kinderspielplätze und -läden. Diese waren der erste Anlass uns im Freundeskreis der hier lebenden Eltern zu fragen, was man mit und für seine Kindern aktiv im Wedding tun kann.
Wir haben dann Mitte 1971 auf dem Sparrplatz erstmalig die Bürger des Kiezes zur Überlegung und aktiver Gestaltung von Verbesserungen im Kinderbereich eingeladen. Wir wollten etwas gestalten, etwas von der Basis her verändern. Deshalb gründeten wir sofort die Bürgerinitiative "Sparrplatz". Uns gefiel das Konzept des ersten deutschen Abenteuerspielplatzes von Pit Möller im Märkischen Viertel so sehr, dass wir es hier umsetzen wollten, jedoch war der Sparrplatz dafür zu nah an den Häusern.

Gegenwind von „oben“
Das Interesse der Bezirksverwaltung an einer Bürgerinitiative war zu dieser Zeit sehr gering. Es grenzte fast an "Majestätsbeleidigung", dass außer ihr sich auch Bürger Gedanken über die Kommune machten. Am liebsten hätte sie alles verhindert. Da wir aber durch die Presse und die Mehrheit der Bevölkerung Ermutigung und Rückendeckung für unser Ziel hatten, bot uns schließlich die Verwaltung für zwei Jahre statt des Sparrplatzes den alten Wochenmarkt an der Triftstraße, der ein Trümmer- und Gerümpelfeld war, an. Danach sollten jedoch dort für die Technische Fachhochschule Sport- und Tennisplätze entstehen. Uns gelang durch die Mithilfe vieler Institutionen und Mitbürgern dieses Gelände für einen Spielplatz nutzbar zu machen. Mit der großartigen Hilfe eines Architektenteams gelang es auch die baurechtlichen Hindernisse zu überwinden.
Zur dieser praktischen Aufbauarbeit kamen notwendigerweise auch die Entwicklung der neuen pädagogischen Überlegungen. An der theoretischen Konzeption haben zusammen jedoch nur zehn Leute gearbeitet.
Nach und nach gab es auch in der Verwaltung Verbündete. Mit unseren Partnern aus dem Gartenbauamt gestalteten wir Sandberge, bauten Sträucher an, beschafften Arbeitshütten und viel, viel Holz.


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