Ein geborenes Kind des Kiezes- Münzner (Teil 2)

Unterstützung von Außen
1972 bekamen wir von einer süddeutschen Illustrierten und ihrer Stiftung 40.000 DM in Aussicht gestellt. Dadurch war das Bezirksamt urplötzlich unter großem Druck, denn das Geld anzunehmen bedeutete, dass der ASP verwirklicht, aber langfristig Folgekosten entstehen würden. Es hat ziemlich lange gedauert bis das Bezirksamt sich entschieden hat, diese großzügige Spende anzunehmen. Die TFH verzichtete dabei auch auf die spätere Sportnutzung des Grundstücks.
Im Juni 1973 war der Platz fertig. Er wurde dann vom Bezirksamt schlüsselfertig übernommen. Wir als Bürgerinitiative haben uns vorbehalten, uns den Zugang zum Platz zu sichern und bei der Einstellung von Mitarbeitern drei Jahre lang beteiligt zu werden. Ab diesem Zeitpunkt gab es feste Betreuer auf dem Platz.

Einschätzung im Rückblick
Letztlich hat sich der Spielplatz gut durchgesetzt. Vor allem, weil die pädagogisch Beschäftigten auf dem Platz immer versucht haben die Bevölkerung mit einzubeziehen. Die Grundidee ist ja von der Bevölkerung entstanden und wurde auch von ihnen durchgesetzt. Deshalb ist der Telux ein "geborenes Kind des Kiezes". Das hat sich in den Köpfen erhalten. Über die Jahre stand dann auch immer die eine oder andere Gruppe zur Unterstützung zur Verfügung: Die Jungsozialisten, die Ostergemeinde, Julateg oder mal eine Schule, je nachdem. Tausende Kinder, heute teils selbst Eltern, haben dadurch glückliche Stunden auf ihrem Telux erlebt.
Die Kinderfarm entsprach auch unserer Konzeption. Es war ein wichtiges pädagogisches Element. Ein Mensch, genannt „Pony-Paule“, der anfangs auf einem Schrottplatz mit Ponies lebte, war der Startpunkt für die Kinderfarm. Siggi Kühbauer, der heutige Leiter der Kinderfarm, hat es zusammen mit dem Verein Weddinger Kinderfarm e. V. über Jahre geschafft am Standort durchzuhalten.
Der Erhalt von Telux und der Kinderfarm ist nach wie vor wichtig für den Kiez. Auch nach dreißig Jahren hat der Platz sich nicht überholt. Nicht einmal die Argumente dafür. Auch in der Zukunft sind Spielplätze mit pädagogischer Betreuung nötig. Besonders in einem Wohngebiet mit dieser Sozialstruktur. Das ist gar keine Frage.
Gespräch mit Eva Herbst und Maria Richter


Seite 4 von 22